Tomar
Tomar: Hauptquartier der Tempelritter, UNESCO-Convento de Cristo, das berühmte manuelinische Fenster. Die kreisförmige Charola ist die feinste
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Tomar ist eine der intellektuell befriedigendsten Städte, die man von Lissabon aus besuchen kann — nicht weil sie spektakulär ist (die kleine Stadt am Nabão-Fluss ist bescheiden und angenehm), sondern weil der Convento de Cristo eine außerordentliche historische Erzählung hat, die im Stein direkt ablesbar ist.
Die kreisförmige Charola — die Templerkapelle, die um 1162 erbaut wurde — ist der Kern: ein achteckiger Tempel, der dem Heiligen Grab in Jerusalem nachempfunden wurde, damit Ritter zu Pferd die Messe besuchen konnten, ohne abzusteigen. Um diesen Kern wuchsen über Jahrhunderte Kreuzgänge, Klostergebäude und schließlich das berühmteste manuelinische Fenster Portugals — eine explosive Steinskulptur aus Tauen, Meeresalgen, Kronen, Kugeln und Symbolen, die einem einzigen Fensterrahmen gesprengt wurde. Alle das an einem Platz, in einem Komplex.
Anreise nach Tomar
Mit dem Zug — CP-Züge ab Lissabon Santa Apolónia (oder Oriente) nach Tomar, Fahrtzeit 1,5–2 Stunden, ~€15–20 je nach Zugtyp. Mehrere tägliche Verbindungen; vorbuchen empfohlen.
Mit dem Bus — Rede Expressos ab Terminal Sete Rios nach Tomar, Fahrtzeit 1,5–2 Stunden, ~€13–17.
Mit dem Auto — A1 nordwärts, dann A23 nach Tomar. Fahrtzeit 1,5 Stunden. Parkplatz vor dem Convento.
Mit einer Tour
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Tickets und Öffnung: Täglich außer Montag, 09:00–17:30 Uhr (18:30 Uhr Juni–September). Eintritt €6. Online-Buchung nicht zwingend (selten ausverkauft außer an langen Wochenenden).
Die Charola (Templerrotunde)
Der älteste Teil des Komplexes — eine runde Kapelle über zwei Ebenen, mit einem zentralen achteckigen Altar-Gebäude, um das Ritter kreisen konnten. Die manieristische Bemalung (16. Jahrhundert) überdeckt die originalen romanischen Elemente, ist aber selbst beachtenswert. Das Gesamtkonzept — Tempel-Nachbau als militärisch-religiöser Raum — ist einzigartig in Portugal.
Das Manuelinische Fenster
Erbaut unter Manuel I. um 1515, ist dieses Fenster das extremste Beispiel des manuelinischen Stils: Ankerketten, Korallenstämme, Seetang, Rüstungen, Kreuze und das Wappen Portugals alles in einem einzigen Fenster komprimiert. Zugang vom Kreuzgang des Hauptklosters aus; von außen sichtbar (bester Foto-Winkel vom nördlichen Kreuzgang).
Kreuzgänge
Der Convento de Cristo hat sieben Kreuzgänge aus verschiedenen Jahrhunderten — von romanisch bis Renaissance. Die vielfältige architektonische Geschichte in einem einzigen Komplex macht ihn zu einem der vollständigsten Beispiele für die Entwicklung der portugiesischen Klosterarchitektur.
Die Stadt Tomar
Das Stadtzentrum liegt unterhalb des Convento-Hügels — eine kleine, gepflegte Stadt mit einem Hauptplatz (Praça da República), der Kirche São João Baptista (hübsche gotische Fassade) und dem Museu dos Fósforos (das einzige Streichholz-Museum der Welt, im Ernst: 43.000 Streichholzkisten).
Der Nabão-Fluss mit Mühlen und Wasservögeln ist ideal für einen Mittagsspaziergang. Die Märkte am Freitagmorgen sind einer der belebtesten der Region.
Gastronomie
Restaurante Thomaz (Rua dos Moinhos) — im Zentrum, traditionelle Ribatejo-Küche (Leitão (Spanferkel), Wild im Herbst), vernünftige Preise; €20–30/Person.
Estalagem de Santa Iria — Hotel-Restaurant mit Flussblick; angenehme Terrasse für Mittagessen.
Bela Vista (Praça da República) — traditionelles Café für Kaffee und Mittagssnack.
Häufig gestellte Fragen zu Tomar
Wie lange braucht man für den Convento de Cristo?
1,5–2 Stunden für alle Kreuzgänge und die Charola. Mit eigenem Tempo und genauem Betrachten des manuelinischen Fensters 2,5 Stunden.
Ist Tomar für einen Tagesausflug von Lissabon geeignet?
Ja, vollständig. Mit frühem Zug (7–8 Uhr) kommt man rechtzeitig zur Eröffnung an, hat 4–5 Stunden im Convento und der Stadt, und ist am späten Nachmittag zurück in Lissabon.
Kann ich Tomar und Fátima am selben Tag kombinieren?
Theoretisch ja (40 km auseinander), aber gestresst. Beide verdienen mindestens 2–3 Stunden. Mit eigenem Auto ist es machbar; mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfordert es sorgfältige Koordination der Verbindungen.